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Löffelsonden
Ohrlöffel

Sonden (Specillum)

Dies ist der Oberbegriff für Instrumente die sowohl im medizinischen wie auch teilweise im kosmetischen u.a. Bereichen zu finden sind. Sie dienen eigentlich zum Auskundschaften von Körperhöhlen, Verletzungen u.ä., aber auch zum Portionieren und Auftragen diverser Medizin, Pulver und Parfums.

Es ist sehr oft ein Doppelinstrument wobei ein Ende meist aus einer olivenförmigen Verdickung besteht. Diese Baca oder Bacula stellt die eigentliche Sonde dar. Das andere Ende wird je nach Bedarf  ausgeformt und wird so zu einem der sehr typischen Doppelinstrumente der antiken Medizin.

So ergeben sich drei Hauptgruppen die zusammen häufig in bronzenen Büchsen aufbewahrt wurden. Das Material der Sonden ist Bronze, selten Zinn, dies ist allerdings nicht durch Funde zu belegen.

Anw.: Die Baca wird zum Aplizieren von Flüssigkeiten und in Verbindung mit einem Stoffstück auch als Tupfer verwand.

Löffelsonde (Cyathiscomela)

Hier ist eines der Enden als länglicher Löffel mit halbrunden oder v-förmigen Querschnitt gearbeitet. Dieses Sonde ist das am stärksten genutzte Instrument gewesen, vor allem im kosmetischen, pharmazeutischen und künstlerischen Bereich. Das medizinische Aufgabenfeld war indes recht gering. Eine gefundene Löffel- wie auch Spatelsonde sind deshalb kein Indiz für ein Arztgrab.

Die Ausprägung der Löffelränder variiert je nach Einsatzgebiet zwischen recht flachen und deutlich ausgeformten, mitunter scharfen, Rändern.

Anw.: Während dieser Sondentyp hauptsächlich zum Portionieren, Anmischen und Auftragen von flüssigen und pulverigen Substanzen verwendet wurde, bot sich in der Medizin vor allem das Auskratzen von z.B. Fisteln an.

Spatelsonde (Spathomela)

Auch dieser Typ ist eines der Mehrzweckgeräte die vermehrt im nicht-medizinischen Kontext genutzt wurden (s. Löffelsonden) und somit keine alleinige Bestimmung eines Arztgrabes erlaubt. Die Ausformung gleicht dem Endteil des Skalpells, ist also flach und oft mit Mittelgrat versehen.

Anw. : Im medizinischen Bereich konnte er z.B. als Zungenspatel benutzt werden oder, ähnlich dem Skalpellgriff, um Wundränder auseinander zu schieben. Zudem läßt sich dieser Typ besonders für alles nutzen was mit Reiben, Rühren und Auftragen zu tun hat.

Ohrsonde (oricularium specillum, auriscalpium)

Das charakteristische an der Ohrsonde ist das leicht abgewinkelte, runde Löffelchen. Das andere Ende mußte nicht unbedingt aus einer Baca bestehen, es konnte auch spitz zulaufen.

Anw.: Das spitze Ende konnte als Sonde für besonders kleine Gänge genommen werden oder auch um damit die Tiefe einer Wunden genauer untersuchen zu können.
Dem gegenüber steht das Reinigen von Ohren, das Zurückschieben der Nagelhaut, Auskratzen von Fisteln und Wunden, Abmessen flüssiger Substanzen, Auftragen von festeren Salben aber auch das Entfernen kleinerer Blasensteine die die Harnröhre verlegen.

 

 

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