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Skalpell (Scalpellum, Scalpellus, Scalper, Culter)

Skalpelle waren und sind die eigentlichen Operations- und Seziermesser und gehörten zu den typischsten Instrumenten eines römischen Arztes. Durch Funde aus Pompei können wir von einem voll entwickelten Skalpell schon im 1. Jahrhundert n. Chr. ausgehen, da die Einheitlichkeit der einzelnen Fundstücke untereinander auf eine ideale Form schließen läßt. Diese ist sehr charakteristisch und ermöglicht auch eine Identifikation ohne die häufig vergangene Klinge.

Der Griff ist massiv aus Bronze, meist viereckig und läuft nach hinten in ein spatelförmiges Ende aus. Nach vorn sind zwei Backen zu erkennen die die eiserne Klinge zur Seite hin stützen. Die runde Bohrung am Ende der Einlasskerbe hält die Klinge ohne Niete am Griff fest und ermöglicht eine spätere Entfernung, z.B. um sie zu schärfen oder eine abgenutzte Klinge zu ersetzen.

Der mittlere Teil, der Griffteil, ist meistens glatt und vierkantig. In einigen Fällen ist er sechskantig, mit Querrillen aufgerauht, gestreckt, dünn oder mit balusterförmigen Zwischenglied. Mischtypen sind jedoch vorherrschend.

Der Standard war ein schlichtes, unverziertes, viereckiges Skalpell.

Es wurden aber auch Skalpelle mit dekorativen Einlegearbeiten aus Silber, Niello und Gold gefunden. Die Klingen sind immer einschneidig und bestehen aus Eisen. Da sich Eisen schlechter im Boden erhält als Bronze bedeutet das, das die Klingen, wenn nicht ganz verrottet, doch stark korrodiert sind. Eine seltene Ausnahme bietet hier das außerordentlich reiche Grab aus Bingen.

Zwei verbreitete Typen lassen sich durch Funde und Abbildungen ausmachen:

      Typ 1: Eine breite bauchförmige Klinge mit geradem Rücken

       
      Typ 2: Eine schmalere Klinge mit ungefähr gerader Schneide deren Spitze konvex bis sichelförmig ist

      
Die Form gibt auch einen Hinweis wofür diese Klinge wahrscheinlich benutzt wurde. Der Typ 1 wurde, bei einer stärker gedrungenen Form und Ausprägung der Schneidenkrümmung, wohl vor allem für tiefe Einschnitte verwendet.

Anw.: Das Skalpell wird in erster Linie natürlich zum Eröffnen des Körpers verwendet außerdem konnte durch Erhitzen der Klingen ein „heißes Schneiden“ durchgeführt werden. Desweiteren wurden auch Aderlässe durchgeführt. Die römischen Skalpelle waren möglicherweise als Doppelinstrument ausgelegt, so daß mit dem flachen Griffende die Wundränder auseinander geschoben wurden (s. Spatelsonden). Das spatelförmige Ende könnte als reine Dekoration hinzugefügt worden sein oder aber es könnte auch zu Materialeinsparung gedient haben.

 

 

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