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Akazie / acacia

 

Mit der Bezeichnung ist sowohl die Pflanze als auch der Saft gemeint. Ebenso läßt sich Gummi aus dem Baum gewinnen (gummi acanthinum = arabisches Gummi).

Die beste Akazienart wuchs in Ägypten und ist wahrscheinlich Acacia vera (= wilde, wahre Akazie). Plinius erwähnt drei Unterarten, eine weiße, eine schwarze und eine grüne, wobei sich die beiden ersteren besser eignen würden.

Eine weitere Art die bekannt durch Plinius bekannt ist, ist Acacia Galatica (=Acacia farnesiana = farnesische Akazie?) die als die schlechteste Sorte angesehen wurde.

Heute wird das Gummi arabicum aus der Acacia senegal u.a. gewonnen.

 

Inhaltsstoffe: Calcium-, Magnesium- und Kaliumsalze der Arabinsäure, saure Polysaccharide und Glukuronsäure; löst sich in der doppelten Menge Wasser zu einer hochviskösen Flüssigkeit

 

Überlieferte Wirkung: Man gewann ein Dekokt1 das als Bähungsmittel verwendet wurde.

Celsus beschreibt die Nutzung hauptsächlich in der Verwendung als Bindemittel bei Pillen u.ä., als schleimiges Vehikel und als Blutstillungsmittel.

Auch für die Zerstörung von Weichteilen beschreibt er die Anwendung.

 

Heutige Anwendung: Es wird als Mucilaginosum2, Emulgator, Stabilisator, Klebemittel und Rezepturhilfsmittel verwand.

 

Eibisch / althaea

 

Eibisch wurde wahrscheinlich im Altertum als hibiscus bezeichnet, wobei aber die Pflanzenbeschreibung des hibiscus mehr dem Eibisch ähnelt.3

Im Dioscurides ist sie aber eindeutig als gr.: altea benannt.

 

Inhaltsstoffe: Hauptsächlich Schleim; in der Wurzel Stärke (max. 35%), Rohrzucker, Pektin und diverse Mineralstoffe; Blätter und Blüten enthalten weniger Schleim, dafür etwas ätherisches Öl;

 

Überlieferte Wirkung: Celsus nutzte nur die Wurzel, in Wein gekocht, als Breiumschlag bei Gelenkaffektionen.

Bei Dioscurides ist es ein Mittel bei Wunden, Drüsen, Afterabzessen, Sehnenspannung und als Hilfe bei Verstopfung der Gebärmutter.

Außerdem als Abkochung gegen Harnverhalten, Dysenterie, Ischias, Zittern, Mundwasser gegen Zahnschmerzen und schließlich als Schutz gegen giftige Bisse.

 

Heutige Anwendung: Verwand werden die Wurzel (Althaea radix), Blätter (Althaea folium) und die Blüten (Althaea flos).

Durch den Schleim wirkt Eibisch reizlindernd, innerlich wie äußerlich.

Innerlich wird er bei Magenschmerzen, Durchfällen und Darmbeschwerden sowie bei chronischem Asthma, Staublunge und Emphysem angewand. Außerdem bei Entzündungen im Mund, am Zahnfleisch und im Rachen und äußerlich bei Furunkeln, Karbunkeln und, in der Volksmedizin, auf Wunden.

 

Malve / malva

 

Es wurden wahrscheinlich in zwei verschiedene Arten unterteilt. Zum einen in Malva sylvestris L., die in Gärten gezogen wurde, und zum anderen in Malva rotundifolia L., einer wildwachsenden Art.

 

Inahltsstoffe: Hauptwirkstoff ist der Pflanzenschleim; wenig ätherische Öle und Gerbstoffe

 

Überlieferte Wirkung: Beide Arten wurden für expektorierende4 Tees verwendet und Celsus rechnet sie zu den Stoffen mit guten Saft und zu den abführenden Mitteln. Dioscurides erwähnt sie als heilsam für Eingeweide und Blase. Außerdem wirken die Blätter als Aufstrich gegen Insektenstiche, mit Öl Schorf und Grind heilend. Desweiteren als Auflage bei Brandwunden und roseartigen5 Entzündungen, als Sitzbad für Uterusleiden und als Brechmittel bei Vergiftungen insbesondere Bleiweißvergiftung.

 

Heutige Anwendung: Als Droge werden auch heute die Malvenblätter (Malvae folium) und ihre Blüten (Malvae flos) verwendet.

Durch den hohen Gehalt an Schleim wirkt Malve reizlindernd und einhüllend. Laut BGA wird sie zur Linderung bei Entzündungen im Mund- Rachenraum, als Spülung oder zum Gurgeln, und bei leichten Durchfällen verwand.

In der Volksmedizin wird sie vor allem bei Erkältungskrankheiten, und hier besonders bei Husten, Heiserkeit und Halsweh, angewendet. Auch bei Magenbeschwerden und Durchfällen sowie der Wundbehandlung können ihre Auszüge und Tees verwendet werden.

 

Salbei / salvia

 

Salbei wird bei Dioscurides an mehreren Stellen erwähnt. Es war wohl eine gebräuchliche Heilpflanze.

 

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide

 

Überlieferte Wirkung: Der Tee wirkt harntreibend, zieht Katamenien und Embryo heraus, färbt die Haare schwarz und diente als Wundmittel.

 

Heutige Anwendung: Es werden die Blätter (Salviae folium) und das Öl (Salviae aetheroleum) verwendet.

Das BGA bestätigt die günstige Beeinflussung von Magen und Darm, seine beruhigende Wirkung, die Herabsetzung der Schweißproduktion so wie die heilende Wirkung bei Entzündungen von Zahnfleisch, Mund- und Rachenraum.

Das ätherische Öl ist desinfizierend und krampflösend und bei Durchfällen wirken die Gerbstoffe unterstützend.

In der Volksmedizin findet Salbei zusätzlich Verwendung bei Reizhusten und zur Stärkung von schwächeren Kindern. Die Unterstützung beim Abstillen ist umstritten es gibt aber positive Erfahrung bei solchen Versuchen.

In der Schwangerschaft sollte es nicht angewendet werden!

 

Huflattich / tussilago

 

Es gibt nicht sehr viele Erwähnungen über Huflattich was wohl auf eine geringe Bedeutung oder Bekanntheit im Mittelmeerraum hindeutet. Außerdem ist wohl „unser“ Huflattich (Tussilago farfara L.) ein anderer als der, der damals benutzt wurde (Tussilago petasites L.; Großer Huflattich).

 

Inhaltsstoffe: Hauptsächlich Gerb- und Bitterstoffe, Pflanzenschleim und Flavonoide; außerdem Pyrrolizidinalkaloide, wobei die Blüten fast frei von diesem Stoff sind, weshalb von einer Daueranwendung abgeraten wird.

 

Überlieferte Wirkung: Dioscurides erwähnt ihn als Umschlag gegen bösartige Geschwüre.

 

Heutige Anwendung: Es werden die Blätter (Farfarae folium) und, besonders in der Volksmedizin, auch die Blüten (Farfarae flos).

Gegen Reiz- und Kitzelhusten sowie Verschleimung ist Huflattich ein bewährtes Mittel. In der Volksmedizin wird er zusätzlich bei Wund- und Entzündungsbehandlung, Hautausschlägen und zur Blutreinigung.

 

1 lat. Abkochung

2 schleimhaltiges Arzneimittel; Gummi arabicum, Leinsamen

3 s.a. A.C.Celsus a.a.O. S. 604

4 Auswurf (von Schleim) fördernd

5 Erysipel = Wundrose, eine Streptokokkeninfektion meist einer Wunde

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